Der uralte Kult des Nubulismus

 

 

  Der Ektoplasma-Emitter

1869 wird in Stuttgart- Zuffenhausen vor begeisterten
Nubulisten der erste Ektoplasma-Emitter eingeweiht

 


er kann schon von sich behaupten, er hätte zu Lebzeiten nie von der legendären, geheimnisumtobten Sekte der Nubulianer gehört?
Die Ursprünge des Nubulismus gehen zurück bis zu den Anfängen der Menschheit und weit darüber hinaus.
Besonders gewitzte Zeitgenossen raunen sich von Zeit zu Zeit etwas von prähistorischen Aliens zu, die der Hefeteig des Nubulismus dergestalt gewesen sein sollen, dass sie der Menschheit den unauslöschbaren Wunsch nach einem Ektoplasma-Emitter in die Erbsubstanz gepflanzt haben sollen.

Unbestritten ist, dass die Nubulianer an sämtlichen architektonischen Grossversuchen zum Erreichen des reinen Ektoplasma-Emitters, wie der Sphinx, der Pyramiden von Gizeh, Teotihuanac, Stonedhenge, Chichen- Itza, Taj Mahal, des Nürburgrings, der Kathedrale von Chartres, des Hofbräu-Festzelt von Wasenwirt Waidner (Primus Nubulitus Faximis- mus), Versailles etc beteiligt gewesen sein sollen und diesen Bauten den unbegreiflichen kosmischen Matrixmodus eingegeben haben sollen.

 

 

A DAY IN THE LIFE OF... THE ENTITY FORMERLY CALLED NUBUL

Er schlief sehr tief. Fundamental. Wie von Beton umhüllt. In einem dieser typischen Nubulistisch-surrealen Träume. Satt-kranke Visionen von keuchenden, schnaubenden Horden wild-entschlossener Winterschluss- Verkaufs-Süchtiger gaben ihm den wohlverdienten Rest.

Seit er einen dieser mentalen Joysticks implantiert hatte, war es sehr einfach, durch die Träume zu navigieren. Als der Traum ihm zu langatmig wurde, dann auch noch Edmund Stoiber als Chimäre schattenhaft vorbeihuschte, beschloss er, müde zu werden, drückte Reset und wachte dann auf.

Herrlich! Diese grauen Tage ohne viel Licht! Suppig-zäh triefen sie ein Weilchen vor sich hin, um sich dann desillusioniert und leicht schaumig blubbernd in die immer noch sogenannte Nacht zu ergiessen. Echos der Träume schwappten, schon stark vermischt mit Partikeln der Realität V2.02, in seine knatternde Denk-Kiste, wirbelten da und dort noch etwas  blasphemischen Staub auf.

Er ächzte schonungslos, wild und bleiern. Es war ihm wieder mal so egal. Langsam, zitternd verlagerte er seinen Schwerpunkt mehr und mehr auf die rechte Seite und liess sich, erstaunlicherweise glockenhell lachend, wie in Zeitlupe aus seiner Ruhestatt rollen. Erst langsam, dann immer schneller, bis er dann, Minuten später, leicht ausser Atem auf dem Seidenteppich aufprallte.

Er genoss diesen Fall ins Leben, diese tägliche kleine Geburt, in der er aus dem weichen, warmen Uterus seines Bettes in die fordernde, schweinekapitalistische Endzeit-Reality stürzte, so sehr, dass er sich zuweilen mehrmals täglich schlafen legte, nur um wieder so genüsslich auf den Arsch zu fallen. 

Noch vor dem Brunch musste er dringend ein paar besonders gemeine Furunkel ausdrücken. Blut! Aaaah! Blut! Der Saft pulsierte nur so aus ihm raus. Überall. Einfach so. Irgendwie ein erhebendes Gefühl, beschloss er zu denken & zu fühlen. Erst nachdem er auf diese Weise ein paar Kanisterchen aufgefüllt hatte, liess er ab von seinem prächtigen Tun.

Dann fiel ihm auf, dass sein Hypothalamus schon wieder juckte, di-di-diii-di- di-di daaa, ungefähr in diesem Rhythmus. Etwa neunzig BPM. Das musste der Rhythmus des Universums sein. Er war sich einigermassen ziemlich sicher. Nun gut, wie dem auch sei, was geht mich der gottverdammte Rhythmus des Universums an. Herrjeh, selbst ich, der grosse Nubul kann mich nicht um jeden  Pippifax kümmern.
 

Gotthilf F. schickte ihm in diesem Moment eine Brain-Mail, wollte kommen und singen. Was tun?  Yeah, Gotthilf-Baby, kommste einfach mal rüber nachher, dann summsen wir ein bisschen. Gotthilf stammelte dankbar:Suuuuuber Nubul, I han au so tolle Melodia...

Dem werde ich schöne Flötentöne beibringen dachte Nubul, verschmitzt grinsend. OK-OK., zugegeben, ein bisschen  Sabber (wg. Vorfreude) lief ihm schon aus den verkrusteten Mundwinkeln. Ooh ja, dieseknusprigen Krusten waren ihm sehr wichtig, er hegte sie, pflegte und nährte sie wie eine warm- herzige Mutter. Wenn er gute Laune hatte, sprach er mit ihnen, aufmunternd, motivierend, bereitete sie sanft auf das harte Leben von Mundwinkel-Krusten  in diesen  Zeiten vor.

Wem galten sie denn noch etwas? Überall und jederzeit waren sie das Ziel von Spott und Schmäh,  wenn man sie aber näher kannte, was nicht ganz einfach ist, sind sie doch sehr scheue, zurückgezogen lebende Kreaturen, enthüllten sie ihre innere Schönheit in aller Pracht. Er hatte sie kürzlich sogar in einer kleinen Zeremonie getauft: Itchy und Scratchy. Sie quiekten vor lachen, als er sie so nannte. Jetzt waren sie aber totmüde und trollten sich gähnend in das Innere seiner nubulianischen Mundhöhle.

Es war noch früh am morgen, so ungefähr halb Elf, oder viertel nach Sechs, womöglich auch schon 5:45 nubulianischer Zeitrechnung...er war sich plötzlich nicht mehr ganz so sicher, ob er denn nun schon aufgewacht war, oder...nicht mehr schlief?

Womöglich war er in eins dieser eigentlich komplett illegalen Wurm-Zeit- Löcher gefallen? Krankes Koordinatensystem, krankes hub er plötzlich zu schimpfen an. Seine Wut über diese Unverschämtheit brach sich mit archaischem Donnergrollen aus seiner mächtigen Brust den Weg ins Universum .

Gelbe Götter-Galle zischelte er, mit gemeinem, bösartigen Glitzern in den den sanften Rehaugen. Runzelige Schrumpel-Galaxis, Doofe Bläh-Sterne, Rosarote Riesen, Rabenschwarze Löcher, g’schlamperte, Verbeulte Umlaufbahnen, damische,  degenerierter Spiralnebel, elendiger, Ich werds euch zeigen, ihr Scheiss-Kugelhaufen , pubertierende Protuberanzen
 

...als nach mehr als zwei Stunden sein jäher Furor abebbte, schliesslich leicht brummelnd und geifernd kollabierte, trauten sich die ersten verschüchterten Nachbarn wieder in ihre Wohnhöhlen zurück, noch unsicher, ob das nicht ein bisschen verfrüht war, vielleicht kam noch eines dieser schrecklichen, gefürchteten Nachbeben , die regelmässig unmässig Schreckliches über diese begnadeten Dumpfbacken brachte.

Aber heute hatten diese bedauernswerten Kreaturen Glück, nach einer kurzen Eruption wurden lediglich ca. dreissig Frakturen sowie ein Schädelbasis-Bruch gemeldet.

Darauf folgte wie immer der Zähl-Appell im Hof. Sie hielten ihm ihre Gesässe hin und er trat nach Herzenlust hinein, erfrischte sich, labte und erquickte sich, dachte intensiv über Turnvater Jahn nach...Jaaaa! Leibesübungen! Kollossal! Er trat nochmal nach und ergötzte sich an der Gestalt, die wimmernd in eine Schlammpfütze torkelte, es war zu & zu schön, gemein zu sein.

Und er konnte sich das ja auch guten Gewissens erlauben, wenn nicht er, wer dann? War er doch ein hartleibiger Philantrop , liebte seine Geschöpfe und Kreaturen, auch die g’spassigen, über alles.

Danach liess er sich hurtig in seinen Palast im ersten Stock tragen, der Fächer-Knecht fächerte, Biggi kümmerte sich um seine enormen Fussnägel, polierte und ziselierte sie mit der Hingabe einer Teilzeit-Beauty-Shop-Elevin.

Lulu-das-Luder kraulte ihm wohlig den schön definierten Nacken, liess ihre Knorpel-Finger fleissig mal hier mal dort hingleiten. Nubul schnurrte. Katharina kaute ihm schon sein Frühstück vor, währenddessen Rosi sich redlich bemühte, sein Eschaton zu erigieren ...

Nachdem der grösste Druck entwichen war, besann er sich auf die anberaumte Audienz der Massen. Seine Schergen hatten sie schon vorsortiert.. Chef-Scherge Pieper der Geifernde schwang die geklöppelte Neunschwänzige ...Whack! Whack! Whack! Er trieb sie in Scharen, blökend, wiederkäuend, manch‘ einer versuchte das Antlitz (= Euphemismus für Hackfresse) mit einer zusammengerollten Bild-Zeitung zu schützen, was natürlich von vorneherein zum Scheitern verurteilt war, es floss sogar noch mehr Blut aus dem Sub-Presse-Erzeugnis...

Seine Endzeit-Aufseher hatten inzwischen ihre Reptilienmasken übergezurrt, machten dummdreiste Witze über Perlen und Säue, waren aber ansonsten noch nicht so blutgeil wie gestern. Das war ja wieder eine Sauerei gewesen! Seine durchlauchte Putzkolonne wollte doch tatsächlich eine Schmutz-Zulage! So! Dachte er bei sich...Schmutz-Zulage. Ich werde euch eine Zulage geben, und schüttete gleich noch mehrere Kanister Blut und geschnetzeltes Gedärm vor sie hin. Hei, war das eine Freude!

Verzweifelt liess er nach seiner Gala-Uniform suchen, ohne die konnte er unmöglich dem Pöbel gegenübersitzen. Die düster-dunklen Gänge und Treppen erstreckten sich weitläufig,verwinkelt und kilometerlang durch seinen labyrinthischen Palast im ersten Stock des knarzigen Altbau- Gehäuses inmitten von Gotham City.

Selbst seine Konkubinen-Schar musste sich an der Suche beteiligen, sie krochen hüstelnd, mit Taschenlampen herumfuchtelnd in ihren Leder- Monturen über die Böden, die natürlich knöcheltief mit zuckenden, fingerdicken , schleimigen Maden, vor-sich-hin meuchelnden Fledermaus- Exkrementen, niedlichen kleinen Skorpionen  und prähistorischem versteinertem Erbrochenen bedeckt waren.

Erst nachdem drei oder vier seiner Cretins in diverse Schleim-Löcher gefallen und versunken waren, sich irgendwo irgendwie an irgendwas aufgespiesst hatten, von handteller-grossen Arachnoiden leergesaugt worden waren, fand sein buckliges, halbblindes Faktotum Homer das Prachstück, achtlos hingeworfen, zwischen bräunlichen Unterhosen, gebrauchten Präservativen, zerfledderten Ausgaben der Computer-Bild, einer kaputten Popcorn-Maschine  und anderen nützlichen Relikten einer untergehenden Zivilisation. Eine Ratten-Familie hatte sich in seinem Schmuckstück häuslich nieder- gelassen, war dann auch noch renitent, Homers Argumentation in Richtung Eigenbedarf verlief völlig im Leeren.

Nachdem er sie dann verflüssigt und in eine alte Adelspisse-Bierbüchse abgefüllt hatte, überbrachte er diese sehr rare Delikatesse seinem Zeremonien-Meister Serenissimus. Welches Glück hatte die heute vor ihm knieende Menge, als Serenissimus das heilige Konzentrat mit einem second- hand Weihwasser-Wedel über ihre glückseligen Häupter verteilte.

Das Aaaaaah und Ooooooooh wollte kein Ende nehmen, einige lagen verkrümmt und zuckend auf dem Boden mit Schaum vor’m Maul und hervortretenden Augäpfeln, röchelten sie sein Credo, das heilige Glaubens- bekenntnis: Nubul ist die erste Bürgerpflicht!Nubul ist das halbe Leben! Nubul ist oberstes Gebot!

Was wollt ihr, frug Nubul mit samtner Stimme. Heraus damit, wenn’s nicht Maoam® ist! Die ergriffene Menschenmasse hub an: Schuppenfreie Haare,  Ein funktionierendes Betriebssystem, Nicht-tödliche Lebensmittel, Mehr Frauen in Strapsen, Stephan Raab nackich, Saus &  Braus, Fliessende Milch und Honig, Eine soziale Hängematte, Männer mit drei Testikeln, 1 Eimer voll Geld, Mehr Ficken, Ewiges Leben, Opium fürs Volk, Echte Flatrates schnatterten und brüllten sie wild durcheinander...

Nubul bestrich sie mit seinem berühmten Blick-der-tausend-Augen und alsbald verstummte die Menge, es ward still, sehr still...eine dunkelgraue Decke  der Lautlosigkeit breitete gnädig ihre Schwingen über dem Pöbel aus, die Vögel hatten seltsamerweise aufgehört, stumpfsinnig vor sich hin zu tirilieren, alle Fliegen, auch die fetten, smaragdgrünen, klatschten tot auf den Granit.

Alsoo nun mal ährlich, Loite, so geht dat nit...und ausser dem ham wir dat alles nich...damit aber kein Volkszorn aufkam, beschwichtigte Nubul sie mit seiner charismatischen, ihm immamenten Chuzpe . Auf sein herrisches Geheiss hin verteilten seine braven Unterlinge Fotokopien mit Nubuls Antlitz und einem draufgestempelten Autogramm. Sofort war alles wieder in Butter, so mancher verabschiedete sich demütig niederknieend mit Tränen in den Augen und schluchzender, fast versagender Stimme: Danke Monsieur Nubul, Merci, Merci etc.ppp.

Es war ja klar, dass er sie nicht alle wieder gehen lassen konnte, er dachte an die die Blut-Tanks, ja-ja, die guten, altbewährten Blut-Tanks...sie durften nie leer werden, auch Nubul, der 833456te konnte nicht den uralten, präterrestrischen Eid ignorieren, nachdem alle blutreinen, semi-digitalisierten Nubulen jederzeit und immerdar dafür Sorge tragen müssen, dass immer genug des magischen Saftes für profane, der Sensationsgeilhei der in seiner Mehrzahl pubertierenden , vor Stangen-Fieber oder  Vulva-Schüben stöhnenden  Adept/Innen, dienenden Lustbarkeiten bereit zu halten.

Ääääääh....wer hat denn nun Lust, sich ein bisschen uffschlitzen zu lassen, hub er wiederum gurrend zu fragen an. Hier, hier ich! ...Ich auch! ...Ja...ich hab so einen hohen Blutdruck, Ja-ja- jaaa! Zapft mich an...

Nubul lauschte in sich hinein, in die Abgründe, Canyons, Schluchten und unausgeloteten Tiefen seiner pränatalen Vorexistenzen, mit supra-mentalen Fähigkeiten ausgestattet, war es easy für ihn, tief unten das blutrot-glibbrige, scharf-bezahnte Muränen-Geschmeiss seiner Exo-Terrestrischen Existenz-Aufblähungen wahrzunehmen.

Wie es geiferte, saugend blubberte, schäumte vor fiebriger Gier, Saug- rüssel erigierend, milchig-weisse ektoplasmatische-Tentakeln im ewig- gleichen Lauf des multi-direktionalen Zeitstroms schaurig fibrillierend, schweflig-gelbe Eiterschaumblasen  dröge und nebulos vor-sich-hin gurgelten, sabbernd-Hirn-giftige, runzelige, quisi-quasi verschwurbelte Saug-Trichter rhytmisch-swingend miasmatisches verströmten...

Aaaaah -Jaaaaaa! That is it, Baby! Saugs-duuu-misch-aan-saug-isch disch-aan, es tröpfelte noch etwas leicht-melancholisch die Blut-Rinne runter, verlor sich, von fast niemand wahrgenommen, im heisssen Sand der ewigen Exkremente, der kleinen, eklig-schmatzenden, Subkutan-Monster, sie lebten alle  vom S.C.H.O.R.F,  dem  Subtil-Charismatischen- Hurenmässigen- Onanistischen- Raclette_Fan

 

So sah Nubul vor seiner Operation aus

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